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Smart Glasses

Apple trifft bei Smart Glasses auf einen stark wachsenden Markt

Apple soll für 2027 eigene Smart Glasses vorbereiten. Neue Marktdaten von Counterpoint Research zeigen, dass der Konzern damit in eine schnell wachsende Produktkategorie einsteigen würde, die derzeit klar von Meta und Modellen ohne Display geprägt wird.

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Der Markt für intelligente Brillen hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Nach Zahlen von Counterpoint Research stiegen die weltweiten Auslieferungen von KI-Brillen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 263 Prozent. Für Apple könnten diese Zahlen besonders relevant sein: Der Konzern soll an eigenen Smart Glasses arbeiten, deren Marktstart laut Bloomberg für Ende 2027 vorgesehen ist.

Herbst-Angebot

Quickread: Auf einen Blick
  • Die weltweiten Auslieferungen von KI-Brillen stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 263 Prozent.
  • 96 Prozent der ausgelieferten Geräte kamen ohne integriertes Display aus.
  • Meta hält in diesem Segment laut Counterpoint einen Marktanteil von rund 94 Prozent.
  • Apple soll für Ende 2027 eine eigene Smart-Brille ohne AR-Display vorbereiten.
  • Eine aufwendigere Apple-Brille mit Augmented Reality wird laut bisherigen Berichten frühestens 2029 erwartet.

Den größten Teil des Marktes machen derzeit Brillen ohne integriertes Display aus. Auf diese Geräte entfielen laut Counterpoint im ersten Halbjahr 96 Prozent aller ausgelieferten KI-Brillen. In diese Kategorie fallen beispielsweise die Ray-Ban Meta, die Kameras, Mikrofone und Lautsprecher bieten, Informationen aber nicht direkt vor dem Auge einblenden.

KI-Brillen erklärt!

Als KI-Brillen werden Smart Glasses bezeichnet, die Funktionen künstlicher Intelligenz mit Komponenten wie Kameras, Mikrofonen und Lautsprechern kombinieren. Ein Display ist dafür nicht zwingend erforderlich. Viele aktuelle Modelle nehmen Fotos auf, ermöglichen Telefonate oder verarbeiten Sprachbefehle, ohne Informationen direkt im Sichtfeld einzublenden.

Apple soll zunächst ebenfalls auf eine solche Konstruktion setzen. Bloomberg-Reporter Mark Gurman berichtete im Mai, dass die erste Smart-Brille des Unternehmens mit dem iPhone zusammenarbeiten und unter anderem Kameras, Audiofunktionen sowie Siri nutzen soll. Ein integriertes Augmented-Reality-Display ist für diese erste Generation demnach nicht vorgesehen.

Apple selbst hat entsprechende Pläne bislang nicht angekündigt. Gurman zufolge könnte das Unternehmen die Brille 2027 vorstellen und dabei unter anderem den Datenschutz in den Mittelpunkt rücken.

Meta beherrscht den Markt ohne Display

Bei den derzeit dominierenden Modellen ohne Display legten die Auslieferungen laut Counterpoint im ersten Halbjahr 2026 um 258 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Verglichen mit der zweiten Jahreshälfte 2025 betrug das Plus 22 Prozent.

Meta kommt in diesem Segment laut den Marktforschern auf einen Anteil von rund 94 Prozent. Die Auslieferungen des Unternehmens stiegen demnach innerhalb eines Jahres um 260 Prozent. Dazu beigetragen haben sollen unter anderem zusätzliche Brillenmodelle, eine größere Verfügbarkeit im Handel und die Ausweitung auf weitere Märkte.

Smart Glasses mit Display bleiben bislang eine deutlich kleinere Kategorie. Sie kamen im ersten Halbjahr lediglich auf vier Prozent der Auslieferungen. Gleichzeitig legte dieses Segment gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 449 Prozent zu – allerdings von einem wesentlich niedrigeren Ausgangsniveau.

Aufwendigere Apple-Brille soll später folgen

Auch Apple soll längerfristig an einer technisch anspruchsvolleren Brille mit Augmented-Reality-Funktionen arbeiten. Nach bisherigen Berichten ist mit einem solchen Modell jedoch frühestens 2029 zu rechnen.

Damit würde Apple zunächst einem Ansatz folgen, der sich am Markt bereits deutlich stärker durchgesetzt hat: Kameras, Mikrofone, Lautsprecher und KI-Funktionen werden in eine möglichst konventionell wirkende Brille integriert, während auf ein Display vor den Augen verzichtet wird.

Counterpoint sieht für den Markt dennoch einige Hürden. Steigende Kosten für Halbleiter könnten die Geräte verteuern. Gleichzeitig wächst die öffentliche Diskussion über Kameras in Brillen und die damit verbundenen Datenschutzfragen.

Die Marktforscher erwarten trotzdem weitere Investitionen in die Produktkategorie. Neben Meta arbeiten unter anderem Google und Samsung an entsprechenden Geräten. Sollte Apple wie berichtet 2027 einsteigen, würde der Konzern damit auf einen Markt treffen, der bereits deutlich größer und umkämpfter wäre als noch wenige Jahre zuvor.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Die Marktdaten erklären, warum Apple bei seiner ersten Smart-Brille offenbar nicht sofort auf ein aufwendiges AR-Display setzen will. Der mit Abstand größere Teil des aktuellen Marktes besteht aus vergleichsweise einfachen Modellen ohne Bildschirm. Gleichzeitig zeigt Metas hoher Marktanteil, dass Apple 2027 nicht in eine unbesetzte Produktkategorie einsteigen würde. Wichtiger wird deshalb weniger die reine Hardware sein als die Einbindung von Siri, dem iPhone und weiteren Apple-Diensten – vorausgesetzt, die bislang unbestätigten Produktpläne werden tatsächlich umgesetzt.

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